Spiritualität der Nachhaltigkeit und damit Schöpfungsverantwortung
Pilger:innen sind in der freien Natur unterwegs und hinterlassen dabei auch Spuren.
Diese können in der Begegnung mit anderen Menschen spürbar sein oder im Gebrauch von Ausrüstungsmaterial und mitgebrachter Verpflegung.
Hier braucht es ein bewusstes Umgehen mit diesem Zurückgelassenem und damit begleitet von einer Spiritualität der Nachhaltigkeit, diese ist zugleich eine Spiritualität der Achtsamkeit – ein „Leben aus dem ganzem Herzen“:
Staunen vor den Wundern der Schöpfung, Respekt, Wertschätzung, Dankbarkeit und das Bewusstsein - wie kostbar LEBEN ist, begleiten den ganzen Pilgerweg.
Daraus ergibt sich gleichzeitig die Verantwortung dieses LEBEN auf der gesamten Erde zu erhalten und als kostbares Gut in die nächsten Generationen weiter zu tragen.
Es braucht ein Hinspüren, Hinhören, Hinschauen, ein Wahrnehmen dessen was ist.
Zuerst einmal ein ACHTUNG, ein Berührt sein, ein Betroffen sein, die allumfassende Krise und die daraus für Menschen, Tiere und Umwelt entstandenen Nöte zu erkennen.
Und dann ein Innehalten und eine Neuausrichtung und somit ein verantwortungsbewusstes Handeln.
Dabei begleiten uns Sinnfragen:
Was brauche ich wirklich zum Leben?
Was macht mich im Innersten glücklich?
Wie komme ich vom Haben- Wollen -Sollen zum Sein
Wozu immer mehr haben?
Wofür steht heute für mich Konsum?
Wieviel Luxus ist noch gesund?
Wie definiere ich heute Wohlstand?
Was oder wen richte ich dabei zugrunde?
Welcher „Spirit“ begleitet mich in unserer Schöpfungsverantwortung?
„Das rechte Maß“ ist also ein Thema unser Zeit und ist Grundlage für die Gesundheit und unsere sozialen Werte.
Die weltweiten Krisen in den unterschiedlichsten Bereichen haben nicht nur moralisches Fehlverhalten einzelner Menschen sondern auch tief sitzende systemische Mängel als Ursache.
Wegschauen hilft nicht, sondern ein ernsthaftes Auseinandersetzen mit Themen wie:
Kritikfähigkeit, Menschenrechte, Solidarität, Zivilcourage, Tierschutz, Umweltschutz,
fairer Handel, Ressourcenschonende Energiewirtschaft und sinnvoller Umgang mit allem was uns für unsere Lebenszeit geliehen wurde.
Konkret könnte das heißen: Die notwendige Ausrüstung und deren Materialbeschaffenheit überdenken, Unterwegs regional Proviant einzukaufen, keinen Müll und Sonstiges in der Landschaft zu hinterlassen, rücksichtsvoll Menschen und Tieren zu begegnen, das Eigentum der Grundbesitzer zu achten (auch wenn der Apfelbaum, ein Gemüsegarten oder ein Sitzplatz auf einer privaten Terrasse noch so locken) und generell respektvoll unterwegs zu sein.
Ganzheitlich verantwortliches Pilgern bietet die ganz große Chance sich erfolgreich diesen Bereichen zu stellen und neue zukunftsweisende Konzepte daraus zu entwickeln.
Es liegt an uns allen wie es weitergeht und vor Allem, dass es gut weitergeht!
Pilgerexpertin Christine Dittlbacher MAS
